5 Fakten zum Thema: Was bringt Fasten wirklich?

By on Februar 23, 2015

Es soll angeblich entschlacken oder die Figur wieder auf Linie bringen. Doch wissenschaftlich untersucht ist das Fasten kaum. 5 Fakten zum Thema.

Die meisten Menschen denken, wir brauchen gute Nahrung, um leistungsfähig zu sein – was nicht von der Hand zu weisen ist.

Doch der in der Fastenzeit von vielen Menschen praktizierte Verzicht auf Süßes, Alkohol, Fleisch oder andere Nahrungsmittel muss dem Wohlbefinden keinen Abbruch tun, oft ist sogar das Gegenteil der Fall.

Etwa jeder zehnte Bundesbürger gibt deshalb an, während der Fastenzeit nach Aschermittwoch die eine oder andere Leckerei für mehrere Wochen links liegen zu lassen.

Auch Heilfastenkuren erfreuen sich zunehmender Beliebtheit – und zwar nahezu ganzjährig: Schließlich soll der Körper „entschlacken“, wie es so schön mit einem eigentlich sinnfreien Wort heißt. Fünf Fragen, fünf Antworten zum Stichwort „Fasten“.

1. Fasten: Religion, Tradition oder Mode?

Gerade in unserer heutigen Überflussgesellschaft kommt als Gegenbewegung zu den stetig verfügbaren Nahrungsmitteln der Verzicht wieder in Mode. Vielseitige Angebote des Heilfastens in mehr oder weniger seriösen Einrichtungen geben Zeugnis davon.

Doch das Fasten blickt auf eine längere Geschichte zurück als jede Modewelle und hat seinen Ursprung in der Religion. Gerade im asiatischen Raum ist es schon seit Jahrtausenden in Buddhismus, Hinduismus und Jainismus eingebunden.

Das Ziel der Prozedur besteht hier in der geistigen Reinigung. Indianer nordamerikanischer Stämme hingegen nutzten es im Streben nach Visionen für ihren weiteren Lebensweg. Im Judentum und Islam hat das Fasten ebenfalls seinen festen Platz.

In der christlichen Fastenzeit werden meist einige Lebensmittel wie Fleisch, Milchprodukte und Eier vom Speiseplan verbannt.

Heute hat sich aus dieser religiösen Vorgabe aber eine Reihe von neuen Traditionen entwickelt, etwa der Verzicht auf Genussmittel wie Alkohol und Tabak oder ein Verzicht ideeller Art wie beispielsweise auf Medienkonsum.

© fotolia / photocrew

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Eine historische Anpassung an nahrungsreiche und -arme Phasen im Jahreszyklus als Grund für die Fastenzeit liegt nahe. Einige Forscher gehen davon aus, dass unser Körper evolutionsbiologisch darauf ausgerichtet ist und die stetige Verfügbarkeit von Essen sowie regelmäßige Mahlzeiten über den Tag verteilt, wie wir sie kennen, biologisch nicht „normal“ sind (PDF). Dem Fasten aus religiösen oder traditionellen Motiven steht der therapeutische Effekt gegenüber. Doch wie kann sich ein im Mangel lebender Körper von Krankheiten erholen? Die Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung definiert Fasten daher als freiwilligen Verzicht auf feste Nahrung mit einer Kalorienaufnahme von unter 500 Kalorien (in Form von Brühe und Saft) in der Regel über einen Zeitraum von 7 bis 28 Tagen.

2. Wie lange kann der Körper fast ohne Nahrung auskommen?

© fotolia / The Photos

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2010 erregte der Film „Am Anfang war das Licht“ großes Aufsehen. Unterschiedliche Menschen berichteten, sie lebten von „Lichtnahrung“, nähmen also weder flüssige noch feste Nahrung zu sich – was wissenschaftlich natürlich nicht haltbar ist. Ein gesunder Körper kann je nach Konstitution vier Wochen und mehr, je nach gespeicherten Fettreserven, ohne feste Nahrung auskommen, sofern ausreichend Vitamine und Mineralstoffe in flüssiger Form aufgenommen werden. Einen Verzicht auf Wasser kann unser Organismus allerdings nur wenige Tage kompensieren.

Fasten bedeutet für den Körper zuerst einmal Stress, da er von der gewohnten Ernährung auf die körpereigenen Reserven umstellen muss. Ein Zeichen dafür ist die anfänglich erhöhte Ausschüttung der Hormone Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin und Cortisol. Die Werte normalisieren sich aber nach einiger Zeit, dann erhöht sich sogar die Rezeptorsensitivität nachhaltig: Der Körper wird empfänglicher für derartige Signale.

Der körpereigenen Ernährung dienen zuerst die Kohlenhydratreserven in Leber und Muskulatur, welche aber schon nach wenigen Tagen aufgebraucht sind. Danach wandelt die Leber Lipide und später Proteine aus den Muskeln in so genannte Ketonkörper um, die nun die Energieversorgung sicherstellen – eine „Nebenwirkung“ davon ist Mundgeruch mit Azeton-Note. Im Übrigen reagiert der Körper mit verringertem Puls, niedrigerem Blutdruck und niedrigerem Insulinspiegel. Die Angst vieler Menschen, sie würden schlapp und müde, ist bei ausreichender Flüssigkeits- und Mineralstoffaufnahme zumindest für geraume Zeit unbegründet.

Der viel gefürchtete Muskelabbau, den Fastenkritiker des Öfteren erwähnen, setzt erst nach mehr als vier Wochen oder bei einer so genannte Nulldiät ein, bei der gar keine Nährstoffe aufgenommen werden dürfen – davon raten Mediziner aber ohnehin ab. Moderate Bewegung, die Bestandteil der meisten Therapien ist, hilft wiederum, diesem Prozess entgegenzuwirken und vom anfänglichen Hungergefühl abzulenken. Dieses verschwindet allerdings recht schnell, sofern der Darm entleert ist, da der Körper sich an den Zustand gewöhnt und keine Energie mehr für die Verdauung benötigt – wie stark sich das auswirkt, bemerken wir ja immer, wenn wir mit vollem Bauch am Schreibtisch sitzen.

Lesen Sie weiter im 2. Teil, die Fakten 3–5 >>

 

 

 

 

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